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Nicht versicherbare Risiken: Warum Fehlermanagement zur entscheidenden Schutzstrategie wird



Die Risikolandschaft von Unternehmen hat sich grundlegend verändert. Während klassische Versicherungen weiterhin wichtige Einzelrisiken abdecken, wächst zugleich eine Kategorie von Bedrohungen, die sich nicht mehr versichern lässt. Der Global Risks Report 2026 des World Economic Forum (WEF) macht diese Entwicklung unmissverständlich deutlich: Die größten globalen Risiken sind zunehmend systemisch, politisch, gesellschaftlich und technologisch – und entziehen sich damit traditionellen Absicherungsmechanismen.

Unternehmen stehen damit vor einer neuen Realität:
 Nicht mehr die Frage ob Risiken eintreten, ist entscheidend, sondern wie gut Organisationen mit unvermeidbaren Fehlern, Fehlentscheidungen und externen Fehlsteuerungen umgehen können.

Der Global Risks Report 2026: Eine Welt der Polykrisen
Der Global Risks Report 2026 beschreibt eine Welt, die von sich überlagernden Krisen geprägt ist – einer sogenannten Polykrise. Zu den zentralen Risiken zählen unter anderem:
  • geopolitische Eskalationen und geoökonomische Konfrontationen.
  • staatliche Fehlentscheidungen und regulatorische Brüche.
  • systemische wirtschaftliche Instabilität.
  • gesellschaftliche Polarisierung und Vertrauensverlust.
  • technologische Beschleunigung, insbesondere durch KI, inklusive Fehlanwendungen und Kontrollverlust.
  • langfristige Umwelt- und Infrastrukturkrisen.
Diese Risiken haben drei gemeinsame Merkmale:
  1. Sie wirken gleichzeitig auf viele Akteure.
  2. Sie sind nicht klar abgrenzbar oder quantifizierbar.
  3. Sie entstehen häufig aus menschlichen und institutionellen Fehlentscheidungen.
Genau deshalb sind sie nicht versicherbar.

Warum klassische Versicherungen an ihre Grenzen stoßen
Versicherungen funktionieren dort, wo:
  • Schäden isoliert auftreten.
  • Eintrittswahrscheinlichkeiten berechenbar sind.
  • Risiken breit gestreut werden können.
Nicht versicherbare Risiken erfüllen keine dieser Voraussetzungen.
 Ein Handelskrieg, eine politische Fehlregulierung, eine systemische KI-Fehlentscheidung oder ein Zusammenbruch institutioneller Steuerungsfähigkeit treffen ganze Branchen gleichzeitig. Für Versicherer bedeutet das: kein Risikoausgleich, keine Kalkulierbarkeit, kein tragfähiges Modell.
Für Unternehmen bedeutet es:
 Der Schutz muss aus dem Unternehmen selbst kommen. 

Die eigentliche Ursache: Nicht das Risiko, sondern der Fehler
Eine zentrale, oft verdrängte Erkenntnis lautet:
In den meisten Fällen scheitern Unternehmen nicht an Risiken –
sondern an Fehlentscheidungen im Umgang mit Risiken.
Der Global Risks Report 2026 zeigt deutlich, dass menschliche Faktoren eine Schlüsselrolle spielen:
  • kognitive Verzerrungen.
  • politische oder emotionale Entscheidungen.
  • träge Organisationsstrukturen.
  • mangelnde Lern- und Korrekturfähigkeit.
Damit rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das lange unterschätzt wurde: Fehlermanagement (Human Error Management).

Fehlermanagement als Immun-Schutz für Unternehmen
Ein professionelles Fehlermanagement-Programm wirkt nicht wie eine klassische Versicherung, sondern wie ein Immunsystem:
  • Es verhindert nicht jede Krise.
  • Es sorgt aber dafür, dass Krisen nicht existenzbedrohend werden.
  • Und es ermöglicht, aus externen Fehlentwicklungen strategische Vorteile zu ziehen.
Fehlermanagement ist damit die Versicherungsergänzung für all jene Risiken, die nicht versicherbar sind.

Was ein wirksames Fehlermanagement leistet
Ein strukturiertes Fehlermanagement-Programm befähigt Unternehmen dazu,
1. eigene fatale Fehlentscheidungen zu vermeiden
– insbesondere in Strategie, Investitionen, Transformation und Krisenreaktion,
2. Fehler von Regierungen, Institutionen und Märkten frühzeitig zu erkennen
– bevor sie sich voll auswirken,
3. handlungsfähig zu bleiben, wenn Unsicherheit, Druck und Komplexität steigen und
4. von Marktverwerfungen zu profitieren, die aus Fehlsteuerungen anderer entstehen.
Damit wird Fehlermanagement zu einem echten Wettbewerbsfaktor.

Vom Risikomanagement zur Fehlerkompetenz
Der Global Risks Report 2026 macht klar:
 Die Zukunft gehört nicht den Organisationen mit den meisten Regeln oder Modellen, sondern jenen mit der höchsten Fehlerkompetenz.
Fehlerkompetenz bedeutet:
  • Entscheidungen unter Unsicherheit treffen zu können.
  • Irrtümer früh zu erkennen und zu korrigieren.
  • Macht, Hierarchie und Politik nicht über Fakten zu stellen.
  • Lernen schneller zu organisieren als der Wettbewerb.
In einer Welt nicht versicherbarer Risiken ist das kein „Soft Skill“, sondern eine Überlebensfähigkeit.

Fazit: Die neue Logik der Sicherheit
Nicht versicherbare Risiken werden weiter zunehmen – das ist eine der klarsten Botschaften des Global Risks Report 2026. Unternehmen, die weiterhin ausschließlich auf Versicherungen, Compliance und klassische Risikomodelle setzen, werden unvorbereitet sein.
Die entscheidende Schutzstrategie der Zukunft lautet:
Fehlermanagement statt Illusion von Kontrolle.
Ein professionelles Fehlermanagement-Programm ist keine Garantie gegen Krisen – 
aber es ist die wirksamste Versicherungsergänzung, die Unternehmen heute haben können: Nicht gegen Risiken, sondern gegen die Fehler, die sie existenziell machen.